Heute morgen bin ich aufgewacht und habe etwas sehr schönes gesehen und direkt nach meiner Brille gegriffen um es richtig zu sehen. Erstaunlicherweise habe ich festgestellt, dass es dann gar nicht mehr so schön war und habe die Brille wieder abgesetzt und meine Sehschwäche genutzt um in diesem Fall „besser“ zu sehen.

Ich dachte mir „Wenn du schon Fotograf bist und immer so viel vom mehr Fotografieren redest, dann hol doch einfach deine Kamera und probier das mal festzuhalten, damit andere das auch sehen können!“. Also bin ich direkt aufgesprungen, habe eine Kamera geschnappt, den Autofokus abgeschaltet und die Kamera meinen Augen ohne Sehhilfe angeglichen.

Entstanden ist eine kleine Serie an Bildern, die für mich irgendwie zeigt, dass Nachteile und Einschränkungen anscheinend auch etwas schönes haben können. In diesem Fall, konnte ich etwas sehen, was anderen vielleicht nicht wirklich auffällt, weil sie eben scharf sehen. Die Bilder transportieren für mich ein ganz bestimmtes, schönes Gefühl, weil es für mich einfach toll war, als erstes die Sonne und das Lichtspiel an den Wänden zu sehen.

Ich bin dann noch ein wenig näher ans Fenster gegangen und habe die Blumen von meiner Frau mit aufgenommen, weil ich wusste, dass ihr das auch gefallen wird. Und Tatsache, ein Bild mit den Blumen als Hauptmotiv ist ihr Lieblingsbild aus dieser Strecke.

Insgesamt würde ich sagen: Mal etwas anderes, passend für mich und passend zu mir. Toller Nebeneffekt: Das erste, was ich nach dem Aufwachen gemacht habe, war eine Bildstrecke zu fotografieren. Das gefällt mir.

Das erste Bild, dass ich heute früh gesehen habe, nachdem meine Augen aufgegangen sind.
Aufstehen

Die etwas näheren Bilder, auf denen die Orchideen zu sehen sind (oder zumindest Teile davon), entsprechen eigentlich auch meinen Sehmöglichkeiten ohne Brille oder ohne Kontaktlinsen. Alles was gefühlt 5-15cm entfernt ist, kann ich scharfstellen.

Der frontale Blick nach draußen. So ein bisschen was kann man schon erkennen 🙂

Mir hat dieses kleine Shooting heute früh wirklich gut gefallen und mich ermutigt, sowas öfter zu tun. Mir hat gefallen, dass ich wirklich und wörtlich hier die Möglichkeit habe, jemandem zu zeigen, wie ich in speziellen Situationen und ohne Hilfsmittel sehe. Klar, eigentlich ist das ein hauptsächlich ein Nachteil, weil es irgendwie zeigt, das alles schlechte auch irgendwo vielleicht etwas schönes und gutes beinhalten kann – man muss vielleicht nur etwas ungenauer hinschauen ;-).